Vom Tanzbärchen zum Goldbären – die Geschichte des HARIBO Gummibärchens

Veröffentlicht am 10. Feb 2017 von TakeYourSweets Süßigkeiten.

Wir kennen und lieben es, das Gummibärchen. 98 Prozent der Deutschen verbinden mit dem Werbeslogan „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso“, die süßen, kunterbunten, elastischen Fruchtgummibären.

Wahrscheinlich auch dank Testimonial Thomas Gottschalk, der den HARIBO-Leckereien von 1991 bis 2014 sein Gesicht lieh. 2004 erhielt er für die lange Werbepartnerschaft mit HARIBO sogar einen Eintrag im Guinessbuch der Rekorde. Seit 2015 hat nach stolzen 24 Jahren übrigens Comedien Michael „Bully“ Herbig, bekannt vor allem durch seine komischen Filme „Der Schuh des Manitu“ und „(T)Raumschiff Surprise,“ das Testimonialerbe des berühmten Wetten, dass..?-Showmasters angetreten. Und weil nicht nur wir in Deutschland im Durchschnitt mehrmals pro Woche in die Fruchtgummitüte greifen, stellt HARIBO weltweit rund 100 Millionen Goldbären pro Tag her. Eine gigantische Menge! Würden wir alle Bären, die in einem Jahr produziert werden, in einer Reihe aufstellen, würde diese Kette mit einer Länge von 160.306 Kilometern viermal um den Globus reichen. Der Goldbär ist anscheinend ein erstaunlicher Geschäftsmann! Doch wann genau begann die tierische Erfolgsgeschichte des Bonner Familienunternehmens HARIBO?

Werbevideo von 1991 - Anfangsjahre mit Testimonial Thomas Gottschalk

HARIBO – Von der Hinterhof-Waschküche zum Weltmarktführer

Grundstein für den weltweiten Erfolg des legendären HARIBO-Goldbären legte Firmengründer Hans Riegel bereits im Jahr 1920, indem er das Unternehmen „HARIBO“ (Die Buchstaben stehen für Hans Riegel Bonn) ins Handelsregister der Stadt Bonn eintragen ließ.

Alles begann in einer kleinen Hinterhof-Waschküche in Bonn Kessenich. Auch die Geschäftsausstattung des gelernten Bonbonkochers war spärlich . Sie bestand tatsächlich nur aus einem Sack Zucker, Gelatine und Geschmackszusätzen, einer Marmorplatte, einem Hocker, einem gemauerten Herd, einem Kupferkessel und einer Walze.

1921 heiratete Riegel Gertrud Vianden, die er zur ersten Mitarbeiterin seines HARIBO-Imperiums in Spe kürte. Zwei Jahre später, im Jahr 1923, kaufte Riegel für HARIBO den ersten mit Werbeschildern ausgestatteten PKW, mit dem seine Kunden fortan beliefert wurden. Ehefrau Gertrud musste sich fortan für die Auslieferung der süßen Bären nicht mehr mit dem Fahrrad abmühen.

Trotz schwerer Zeiten, während und nach dem zweiten Weltkrieg, wächst HARIBO zum Weltmarkführer in der Fruchtgummiherstellung heran. Mittlerweile produziert das Süßwarenunternehmen in zehn Ländern, an 16 Standorten und beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter. Die vielfältige Produktpalette reicht dabei von Fruchtgummi, über Schaumzuckerleckereien und Kaubonbons bis hin zu Lakritzsüßigekeiten.

Urvater des Goldbären: Das Tanzbärchen erblickt das Licht der Welt

Urvater des heutigen Goldbären ist das Tanzbärchen. HARIBO-Firmengründer Riegel erfand es 1922, zwei Jahre nach seiner Firmengründung. Bei der Form der Bärenfigur aus Fruchtgummi ließ er sich von den Tanzbären inspirieren, die damals auf diversen Jahrmärkten eine regelrechte Attraktion waren, heute aus Gründen des Tierschutzes undenkbar.

Die zuckersüßen Bären waren zunächst in Blechdosen oder Pappkartons oder auch einzeln am Kiosk erhältlich. Bereits damals waren die Fruchgummi-Süßigkeiten besonders bei Kindern beliebt. Denn zwei der süßen Teddys kosteten nur einen Pfennig, ein Spottpreis.

Die damaligen HARIBO-Tanzbären unterscheiden sich allerdings deutlich in ihrer Form, Gestalt und Farbe vom heutigen HARIBO-„Goldbären“. Die tanzenden Bärchen waren deutlich größer und auch viel weicher, da zur Bärenproduktion damals noch Gummi arabicum, ein Baumharz eines Akazienbaumes, anstatt Gelatine aus Schweinehaut- und Knochen, als Geliermittel, Emulgator und Stabilisator eingesetzt wurde.

1925 gab es Familienzuwachs in der Bärenfamilie. Der Tanzbär erhielt einen Lakritzbruder, den „Schwarzbären“, dem später dann die Lakritzschnecke Konkurrenz machte. Schließlich erblickte in den 30er-Jahren der HARIBO-„Teddybär“ als weitere Gummibärvariante das Licht der HARIBO-Welt. Er stellte eine Nachbildung des beliebten Stofftieres dar, war aber viel kleiner und rundlicher, als der bereits produzierte Tanzbär.

Seit dieser Zeit existiert auch der Slogan „HARIBO macht Kinder froh“, der übrigens erst rund 30 Jahre später um den Zusatz „Und Erwachsene ebenso“ ergänzt und zu dem Slogan wurde, der uns heute im Ohr liegt, wenn wir an Goldbären denken.

Bärenrevolution – Die Geburtsstunde des HARIBO Goldbären

In den 60er Jahren kommt es zur Bärenrevolution: Der Tanzbär wird durch den bis heute berühmten Goldbären ersetzt. Die neue Goldbärenfigur aus Fruchtgummi erhält ein neues Outfit in Form einer Kunststoffverpackung aus Cellophan, die uns allseits bekannte Plastikverpackung.

Werbung für HARIBO Goldbären wird erstmals 1962 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. 1967 erhält der Goldbär seine Geburtsurkunde vom deutschen Marken- und Patentamt.

Ein Jahr später werden das Verpackungsdesign und der HARIBO-Schriftzug modernisiert. Doch die Zeit ist auch an unserem Goldbären nicht spurlos vorbeigezogen. Neben Verpackung und Logo veränderte sich auch der Goldbär im Laufe seines Bärenlebens mehrfach.

Er wurde mit der Zeit immer kompakter und stilisierter. Mittlerweile tanzt er nicht mehr, denn seine Füße sind nun nach innen gedreht, Er ist geschrumpft und hat ordentlich zugenommen. Und als wenn das nicht schon schlimm genug für das Bärenego wäre, hat er auch noch an Farbe und Glanz eingebüßt. Denn seit 1989 färbt HARIBO die Fruchgummis nur noch mit Auszügen aus natürlichen Früchten und Pflanzen. Was für uns wiederum viel gesünder ist.

Der Goldbär wird zum Kultprodukt

Immerhin hat der Goldbär so überlebt und erscheint 1989 erstmals auch als kindgerechte Bärenfigur mit roter Schleife auf der Kunststoffverpackung. Um dem wachsenden Ökotrend gerecht zu werden, erhält der Goldbär im Jahr 2000 einen vegetarischen Kumpel, bei dessen Herstellung auf eine pflanzliche Alternative zur Gelatine zurückgegriffen wird.

Der vegetarische Bär soll vor allem neue Absatzmärkte außerhalb Europas erschließen. Ganz schön clever dieser Goldbär! 2004 lässt sich der Goldbär noch einmal neu einkleiden, seine Verpackung erhält mehr Lebendigkeit und eine zusätzliche Sprechblase mit dem Zusatz „Die Echten“.

Zum 85. Geburtstag des Fruchgummibärchens überrascht HARIBO den Verbraucher mit einer neuen Geschmacksrichtung in der Tüte: Ein grüner Goldbär mit Apfelaroma gesellt sich hinzu, zu den konventionellen Goldbärengeschwistern mit den Geschmacksnoten Annanas (Weiß), Zitrone (Gelb), Orange (Orange), Himbeere (Dunkelrot) und Erdbeere (Hellrot). Die Bärchen bekommen auch insgesamt eine neue Rezeptur, erhalten ein strahlendes Lächeln sowie ein neues Verpackungsdesign mit persönlichem Grußwort des HARIBO-Inhabers Hans Riegel.

2009 bekommt die Bärenfamilie dann noch einmal Zuwachs mit dem Saft-Goldbären. Er verspricht dem Konsumenten unschlagbare 22 Prozent Fruchtsaftgehalt und ist deutlich weicher und saftiger als der konventionelle Goldbär.

Doch egal ob Teddybär, Goldbär oder Saftbär, die HARIBO-Fruchtgummibären sind einfach alle zum Anbeißen lecker und mittlerweile ein regelrechtes Kultprodukt. Und dass der Goldbär heute in seinem hohen Alter von 95 Jahren einen so beeindruckenden Lebenslauf vorweisen kann, ist doch wirklich beachtlich!

Denkt daran, was für eine Entwicklung hinter der köstlichen Leckerei steckt, wenn Ihr das nächste Mal zu einer Hand voll Bärlis greift.

Bärenstarke Grüße sendet Euch euer Take Your Sweets-Team!

323x gelesen
Veröffentlicht in Kategorie: Süßigkeiten
  • Lisa

    Lisa

    2017-10-02 14:00:19

    Interessanter Artikel zur Geschichte von Haribo.

    Link kommentieren

Kommentar verfassen

Stellen Sie sicher, dass Sie die (*) erforderlichen Informationen eingeben. HTML-Code ist nicht erlaubt.