Warum die Erdnuss gar keine Nuss ist

Veröffentlicht am 30. Jan 2018 von TakeYourSweets Süßigkeiten.

Jeder kennt und liebt sie, die Erdnuss - entweder in Form von Erdnussflips, als Brotaufstrich oder geröstet und gesalzen. Doch der Name ist irreführend. Botanisch gesehen ist die Erdnuss (lateinisch: Arachis hypogaea) gar keine Nuss.

Sie gehört zur Unterfamilie der Erbsen- bzw. Bohnengewächse. Der englische Name „peanut“ (Erbsennuss) deutet bereits darauf hin. Die Samen ähneln in ihrer Konsistenz, z.B. aufgrund eines hohen Fettgehalts und eines niedrigen Stärkeanteils, der Beschaffenheit botanischer Nüsse.

Im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten ist die Erdnuss wie die meisten Nüsse (z.B. Hasel-, Wal- oder Macadamianuss) auch roh genießbar und ihre Schale platzt, wie bei allen reifen Nüsse, nicht auf. Die Erdnuss wird deshalb aufgrund ihrer nussartigen Eigenschaften im Sprachgebrauch auch als Nuss bezeichnet.

Wie die „Erbsennuss“ unter die Erde kommt

Die Erdnusspflanze ist ein einjähriges Kraut, das rund 70 Zentimeter hoch wird. Ihre gelben schmetterlingsartigen Blüten entfalten sich von Mai bis August. Nach der Selbstbestäubung neigen sich die Blütenstängel dem Boden entgegen und graben sich schließlich in das Erdreich ein, um dort Früchte anzusetzen.

Erdnüsse gedeihen im Vergleich zu wirklichen Nüssen also unterirdisch. Umgeben von einer hölzernen, netzartigen Schale (dem Mesokarp) befinden sich vier bis sechs Erdnusssamen, die jeweils zwei bis sechs Zentimeter groß werden. Die Farbe der Erdnussschale hängt von der Beschaffenheit des Bodens ab. Wächst die Pflanze auf sandigem Untergrund, ist die Schale der Erdnuss recht hell, ein humusreicher Boden sorgt für eine dunkle bis rötliche Schalenfärbung. Jeder Erdnusssamen ist von einer braunen, papierartigen Membran umgeben. Sie schmeckt bitter und wird deshalb vor der Weiterverarbeitung und dem Verzehr entfernt.

Die Heimat der „Kakaobohne der Erde“

Beheimatet ist die Erdnuss ursprünglich in den Anden Südamerikas. Die ältesten Funde von Erdnüssen im Zusammenhang mit menschlichen Siedlungen stammen aus Peru. Hierbei handelt es sich um Grabbeigaben, dessen Alter auf rund 7.840 Jahre geschätzt wird.

Auch in Brasilien war die Erdnuss bereits vor 2.000 Jahren bekannt. Spanische Eroberer entdeckten die tlalcacáhuatl (wörtlich: Kakaobohne der Erde) auf den Märkten von Tenochtitlàn, der Hauptstadt des damaligen Reiches der Azteken. Im Zuge des Sklavenhandels gelangte die Erdnuss bis nach Afrika und wurde ab dem 19. Jahrhundert auch in Europa angebaut.

Heute ist nur noch Zypern für den europäischen Erdnussanbau bekannt. Durch die wachsende Bedeutung der Erdnuss als „Ölfrucht“ aufgrund ihres hohen Fettgehalts, hat sich der Anbau der nussartigen Hülsenfrucht mittlerweile auf die Tropen und Subtropen und hier im speziellen auf Westafrika, China, Indien sowie Nord- sowie Südamerika ausgedehnt.

Im Jahr 2016 wurden gemäß einer Produktionsstatistik* der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weltweit rund 44 Millionen Tonnen Erdnüsse produziert. Die Hauptanbauländer und Hauptexporteure der Erdnuss sind die USA, Argentinien, der Sudan, der Senegal und Brasilien.

Zu den Hauptabnehmer zählen die Europäische Union, Kanada und Japan. Auch China und Indien bauen in großen Mengen Erdnüsse an, decken damit aber größtenteils nur ihren inländischen Bedarf, z.B. die Nachfrage nach Erdnussöl. Erstaunlicherweise kommt China trotzdem auf einen Anteil an der weltweiten Erdnussproduktion von 38 Prozent.

Wie es der Nussschale an den Kragen geht

Bei der Ernte werden die Erdnüsse samt Wurzeln aus dem Erdreich gezogen und die Früchte abgelöst. Je nach klimatischen Bedingungen werden sie entweder an der Sonne oder in speziellen Trockenräumen auf einen Wassergehalt von fünf bis zehn Prozent getrocknet. Nach der Trocknung werden sie gedroschen und somit von Schale und Hülle befreit.

Bevor sie für den Versand und die Weiterproduktion vorbereitet werden, müssen sie geröstet werden. Andernfalls können rohe Erdnüsse schnell giftige Schimmelpilze und Keime ausbilden. Gleiches gilt für den Versand von Erdnüssen in Schalen, auch sie werden aus diesem Grund vorgeröstet.

So wird die Erdnuss geerntet

Besonders beliebt als Snack, z.B. für einen gelungenen DVD-Abend oder die Geburtstagsparty, sind bei uns in Deutschland geröstete und gesalzene Erdnüsse oder Erdnussflips. Auch geröstete Erdnüsse mit Schale werden gerne konsumiert, vor allem in der Weihnachtszeit.

In den USA und in den Niederlanden ist Erdnussbutter als Brotaufstrich sehr begehrt. Aus Erdnüssen wird auch Erdnussöl hergestellt. Es hat einen leicht nussigen Geschmack, wird aber nicht so schnell ranzig, wie andere Öle. Lagert man es verschlossen, dunkel und kühl, so ist es bis zu zwei Jahre haltbar.

Erdnüsse werden auch in kosmetischen Präparaten verarbeitet, dienen als ölhaltiger Futterzusatzstoff in der Tiermast und als Futter für Vögel und Nagetiere. Plumpy’nut, eine energiereiche Paste aus Erdnussbutter, Milchpulver, Öl und Zucker, wird auch in der humanitären Hilfe zur Behandlung von Unterernährung eingesetzt.

Vorsicht: Erdnüsse enthalten Allergene!

Erdnüsse sind ausgesprochen proteinreich und haben einen hohen Gehalt an Eisen, Phosphor, Kalium, Calcium sowie Magnesium. Sie liefern außerdem wertvolle Spurenelemente, wie Kupfer, Mangan, Zink oder Fluor. Viele Vegetarier greifen daher verstärkt auf Erdnussprodukten als Nahrungsmittel zurück.

Aufgrund des hohen Fettgehalts sind Erdnüsse außerdem ein enormer Energielieferant. Zu viele Erdnüsse sollten deshalb nicht gegessen werden. Erdnüsse enthalten bedauerlicherweise auch besonders viele Allergene. Eine Erdnussallergie kann zu Nesselsucht und im schlimmsten Fall zu einem anaphylaktischen Schock führen.

Besonders Allergiker sollten deshalb auf den Verzehr von Erdnüssen verzichten und auch beim Konsum anderer Lebensmittel darauf achten, dass diese keine Spuren von Erdnüssen enthalten. Wer keine Allergien hat, der kann die nussige Hülsenfrucht jedoch getrost in all ihrer Form- und Vielfalt verzehren.

Auch wir haben natürlich einige leckere Erdnussprodukt im Angebot, z.B. schmackhafte niederländische Erdnussbutter von Calvé PINDAKAAS oder amerikanischen Erdnussaufstrich von Reese's. Natürlich findet Ihr bei uns auch Erdnussflips, mit Karamell überzogene Erdnussriegel (z.B. Mr. Tom) oder Erdnuss-Schoko-Riegel, wie Mr. Jim oder Snickers. Selbstverständlich bietet unser Sortiment auch allseits berühmte Partysnacks, wie M & Ms! Schaut doch einfach einmal in unserem Online-Shop vorbei! Es lohnt sich!

Viel Spaß mit der Nuss, die keine ist,

wünscht euch Euer TakeYourSweets-Team

*Crops. In: Produktionsstatistik der FAO 2016. fao.org, abgerufen am 26. Januar 2018,
URL: http://www.fao.org/faostat/en/#data/QC

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