Warum wir Silvester feiern

Veröffentlicht am 01. Feb 2018 von TakeYourSweets Süßigkeiten.

Jedes Jahr feiern wir am 31. Dezember den Jahreswechsel. Wir verabschieden das alte und begrüßen das neue Jahr mit lauten Böllern, Raketen und ganz viel Feuerwerk. 

Prosten uns mit Sekt oder Wein zu, vor Mitternacht zählen wir euphorisch den Countdown von 10 bis 1 rückwärts herunter. Doch wusstet Ihr, dass der 31. Dezember nicht immer der letzte Tag des Jahres war und dass einige Bräuche, wie das Silvesterfeuerwerk, von den Feuerfesten der Kelten und Germanen abstammen?

Papst Silvester I - Namenspatron unseres Silvesterfestes

Silvester ist nicht nur ein Jahresendfest, sondern auch ein Heiligengedenktag. Und zwar zu Ehren von Papst Silvester I, der am 31. Dezember 355 nach Christus verstarb. Er wurde in der Priscillakatakombe an der Via Salaria Nova in Rom beigesetzt. Der Legende nach soll er durch Handauflegen den erkrankten Kaiser Konstantin geheilt haben.

Dieser ließ sich nach seiner Genesung von ihm taufen und erkannte ihn offiziell als kirchliches Oberhaupt an. Mit der gregorianischen Kalenderreform im Jahr 1582 verlegte Papst Gregor XIII den letzten Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember, auf den Todestag von Papst Silvester I.

1691 erklärte Papst Innozenz XII den letzten Tag des Jahres zum Gedenktag zu Ehren des heiligen Silvesters. Der Name Silvester stammt übrigens von dem lateinischen Wort „silva“ (Wald) ab und bedeutet übersetzt soviel wie Waldbewohner oder Waldmensch. Und das passt ganz gut. Denn Silvester ist auch der Schutzpatron der Tiere und wird für eine gute Futterernte und ein gutes, neues Jahr angerufen.

Seinen Schutz können unsere tierischen Freunde, egal ob Wild- oder Haustier, in der Silvesternacht wegen der lauten Böllerei ganz sicher gut gebrauchen.Vielerorts wird der Jahreswechsel auch heute mit kirchlichen Gottesdiensten begangen. Dennoch hat Silvester für uns heute eine eher weltliche Bedeutung. Wir zelebrieren an diesem Tag vor allem den Übergang vom alten in das neue Jahr.

Lärm und Feuer gegen böse Geister

Viele unserer Silvesterbräuche wie laute Böller und Feuerwerkskörper haben ihren Ursprung in keltischen und germanischen Bräuchen. Natürlich hatten die Germanen und Kelten noch kein wirkliches Feuerwerk. Dennoch waren Feuerfeste zur Wintersonnenwende Tradition. Den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres feierten sie in Abhängigkeit der Mondphasen, denn sie lebten nach einem Mondkalender. Daher stammt auch das Wort „Monat“.

Mit viel Lärm und brennenden Holzrädern glaubten die Kelten und Germanen, sie könnten böse Geister abwehren und vertreiben. Dem Glauben nach war die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits zur Wintersonnenwende besonders durchlässig. Die Germanen fürchteten, dass der Kriegsgott Wotan und sein Gespensterheer sie heimsuchen könnten.

Da der Mondkalender (354 Tage) nicht mit dem Sonnenjahr (365 Tagen) übereinstimmte, fügten die Kelten 11 Schalttage ein, die so genannten Rauhnächte. Diese Nächte lagen ihrem Glauben nach außerhalb der Zeit. Hier hat unsere Redewendung „Zwischen den Jahren“ ihren Ursprung.

Er kam, sah und siegte – Caesars julianischer Kalender

Auch die Römer feierten ein Jahresendfest, ursprünglich am 1. März, um den Frühling zu begrüßen. Der Februar galt als Jahresendmonat. Von dieser Zeitrechnung stammt auch die heutige Bezeichnung unseres Monats „September“, was eigentlich siebter Monat bedeutet. Seit 153 v. Christus traten die gewählten römischen Konsuln am 1. Januar und nicht mehr am 1. März ihre Ämter an und schließlich verlegte Gaius Julius Caesar im Jahre 45 vor Christus auch den Beginn des Kalenderjahres auf den ersten Januar.

Der Name Januar leitet sich übrigens von Janus, dem römischen Gott des Anfangs, des Übergangs, der Gegenwart und des Endes ab. Der julianische Kalender war im Gegensatz zum Kalender der Kelten und Germanen ein Sonnenkalender.

Die Kirche und der Gregorianische Kalender

Laut christlicher Zeitrechnung begann das neue Jahr zunächst am 6. Januar mit „Epiphanias“, dem Tag der Erscheinung des Herren bzw. dem Tag der Heiligen Drei Könige. Im Jahr 354 setzte der damalige Papst den 25. Dezember als Weihnachtstag fest. Das heidnische Lichterfest fand ebenfalls an diesem Datum statt. Die Kirche hoffte, so den „Ungläubigen“ den Übergang zum Christentum attraktiv zu machen. Im 9. Jahrhundert erklärte die katholische Kirche schließlich den 25. Dezember zum Jahresanfang.

Mit der bereits erwähnten, gregorianischen Kalenderreform, die den julianischen Kalender ablöste, da dieser durch seine falsche Schaltregelung immer wieder nicht mit den Jahreszeiten übereinstimmte, wurde letztendlich der 31.12. zum letzten Tag des Jahres.

Erst 1700 übernahmen auch die protestantischen Länder den gregorianischen Kalender, berechneten aber ihr Osterfest zunächst noch nach alten Regeln.

Im Jahr 1776 erkannten sie den gregorianischen Kalender vollständig an. Übrigens versuchte die katholische Kirche die heidnischen Silvesterfeierlichkeiten der Bürger noch eine ganze Weile zu bekämpfen, indem sie den 1. Januar als Buß- und Fastentag festsetze, in der Hoffnung die Menschen so anstatt zum Feiern zum Gottesdienst zu bewegen.

Unsere Silvestertradition

Auch bei uns wird am 31. Dezember das neue Jahr mit lauten Böllern und einem gigantischen Feuerwerk begrüßt. Angestoßen wird um Mitternacht mit Sekt. Es gibt Punsch, Bowle oder Glühwein. Typische Silvestergerichte sind Fondue, Raclette sowie Heringssalat oder Kartoffelsalat mit Würstchen.

Alles ist mit bunten Ballons und Luftschlangen geschmückt. Verschenkt werden an Silvester besonders gerne Glücksbringer, wie Glücksklee oder Schokoladen- oder Marzipanschweinchen, Schornsteinfeger, Kleeblätter oder Glückspfennige.

Für gute Unterhaltung sorgt das Bleigießen oder das Lesen im Kaffeesatz oder aus Karten. Außerdem laufen im Fernsehen lustige Sketsch-Sendungen wie „Dinner for One“ (Original von 1963) oder „der Silvesterpunsch“ mit Ekel Alfred (Ein Herz und eine Seele).

Aber auch die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin ist beliebt. Bis zum Jahr 1988 übertrug das ZDF um 12 Uhr nachts das Läuten der Berliner Freiheitsglocke, als Mahnung, die Deutsche Einheit wiederherzustellen. Seit der Deutschen Einheit werden an Silvester nun live die Feierlichkeiten vom Brandenburger Tor gesendet. Außerdem gibt es vielerorts Mitternachtsgottesdienste, so genannte Mitternachtsmetten. In manchen Gegenden ist auch der Silvesterscherz Tradition.

Silvester – so feiert die Welt

Einige Länder haben ähnliche Silvesterbräuche wie wir, andere Silvestersitten unterscheiden sich komplett von unseren Traditionen. Dennoch haben alle Bräuche den gleichen Gedanken: Sie sollen Glück für das neue Jahr bringen.

Brasilien:

In Brasilien ist der Jahreswechsel das zweitgrößte Fest, gleich nach Karneval und gleichzeitig der Ehrentag von Yemanja, der Göttin des Meeres. Weiß ist die Farbe der Göttin und symbolisiert die weibliche Fruchtbarkeit. Weiß ist deshalb auch die Kleidung, die an diesem Abend getragen wird, denn sie steht für Reinheit, Unschuld und Frieden.

Bulgarien:

In Bulgarien geht es mit Hieben auf den Rücken mit der „Surwatschka“, einem geschmückten Ast des Kornelkirschbaumes, ins neue Jahr. Die symbolische Schelte soll Gesundheit und Reichtum bringen. Außerdem ziehen am Neujahrstag Männer in Fellkostümen und Holzmasken als „Kukeri“-Ungeheuer durch die Straßen, um böse Geister zu vertreiben.

China:

Die Chinesen feiern den Jahreswechsel erst einige Wochen nach unserem Silvester mit einem großen Familienfest. Neujahr wird nach dem Lunisolarkalender berechnet und fällt immer auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Das Jahr des Feuer-Hahns begann am 28. Januar 2017 und dauert noch bis zum 15. Februar 2018. Daran schließt sich das Jahr des Hundes an.

Unverheiratete chinesische Frauen warfen früher Mandarinen ins offene Meer, in der Hoffnung ein betuchter Fischer würde sie finden und um ihre Hand anhalten. Heute wird im Vorfeld von Silvester das gesamte Haus auf Vordermann gebracht und eine Stunde vor Mitternacht werden alle Fenster im Haus geöffnet, um das Glück hereinzulassen.

Italien:

Die Italiener feiern Silvester vielerorts mit einem gigantischen Feuerwerksspektakel. Einige nutzen den Jahreswechsel auch für einen Kurzurlaub in den Bergen oder in wärmeren Gefilden.

Mittlerweile tragen übrigens nicht nur Italienerinnen an Silvester rote Unterwäsche, auch männliche Italiener befolgen diese Tradition. Denn wer knallrote Unterwäsche trägt, wird im neuen Jahr mit Liebe, Glück und Gesundheit belohnt.

Dänemark:

Die Dänen feiern Silvester gerne mit Freunden und gutem Essen, Sekt und Kransekage, einer Art Baumkuchen. Um 18 Uhr wird im ganzen Land der Fernseher eingeschaltet, denn dann hält Königin Margrethe II ihre Neujahrsansprache. Um Mitternacht ist es Tradition von einem Stuhl ins neue Jahr zu hüpfen. Und in der Hauptstadt Kopenhagen springen ganz mutige Dänen an Silvester in das kalte Hafenbecken.

Finnland:

In Finnland wird Silvester auch gerne mit der Familie und Freunden gefeiert. Es wird Blei gegossen, wobei man die Figuren im eiskalten Schnee abkühlt. Und natürlich gehen die Finnen auch an Silvester in die Sauna. Am Neujahrstag schauen sie sich dann gemeinsam die Neujahrsansprache des Präsidenten im Fernsehen an. In vielen Kneipen oder auch daheim wird bis spät in die Nacht Tango getanzt.

Griechenland:

Die Griechen spielen an Silvester gerne diverse Kartenspiele, wer dabei gewinnt, hat das ganze neue Jahr über Glück, wer verliert, hingegen richtig viel Glück in der Liebe.

Österreich:

In Österreich verschenkt man an Silvester, wie bei uns, Glücksbringer wie Schweinchen oder andere Figuren aus Schokolade und Marzipan. Auch das Bleigießen ist Tradition. Ist der Countdown zum Jahreswechsel abgelaufen, erklingt der Donauwalzer aus Fernseher und Radio, zu dem die Menschen im Dreivierteltakt ins neue Jahr tanzen.

Philippinen:

Auf den Philippinen gibt es eine besonders lustige Silvestertradition. Kinder, aber auch Erwachsene, springen an Silvester so oft in die Luft, wie es geht, um ihr Wachstum anzuregen. Außerdem werden Türen und Fenster aufgerissen, Lampen angemacht und auf die Fensterbänke und in alle Hosen- und Manteltaschen werden Münzen gepackt, denn das garantiert Wohlstand im neuen Jahr.

Spanien:

In Spanien werden an Silvester die Glockenschläge einer Turmuhr auf dem Platz Puerta del Sol in Madrid landesweit im Fernsehen übertragen. Bei jedem erklingenden Glockenschlag essen die Spanier eine Weintraube. Die Früchte sollen Glück für das neue Jahr bringen. Die zwölf „uvas de la suerte“ (Trauben des Glücks) gibt es auch genau abgezählt zu kaufen. Zudem findet an Silvester in Madrid der größte Silvesterlauf, der Silvestre Vallecana, statt, bei dem jedes Jahr rund 20.000 Teilnehmer mitmachen.

Südafrika:

In Kapstadt starten die Menschen mit einem großen Karnevalsumzug in das neue Jahr. Dieser findet allerdings erst am 2. Januar statt. Das Event geht auf den „Emancipation Day“ zurück. Das war der Tag, an dem die Sklaven in Südafrika in den 1830er Jahren freigelassen wurden.

Uganda:

In Uganda feiern die Menschen ein wirklich ohrenbetäubendes Silvesterfest. Kurz vor Mitternacht machen die Menschen mit allem Lärm, was sie finden können, beispielsweise mit Trommeln, Gongs, Töpfen und Trillerpfeifen.

USA:

In den Südstaaten werden an Silvester Linsen gegessen. Linsen ähneln kleinen Münzen und sollen Glück bringen. Außerdem herrscht am Neujahrstag die Regel „Nothing goes Out“ d.h. nichts, auch nicht der Müll, darf das Haus verlassen, sonst bringt das Unglück. Das Feuerwerk in New York, am Time Square, ist das größte und schönste Feuerwerk der USA.

Zum Schluss, woher kommt der Ausdruck „Guten Rutsch!“?

Wusstet Ihr, dass der Ausdruck „Guten Rutsch“ überhaupt nichts mit Rutschen zu tun hat? Es leitet sich vom hebräischen Wort „Rosch“ ab, was Anfang bedeutet. Und unser alljährliches „Prosit“ ist lateinischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Es möge gelingen“. Gemeint ist hier natürlich das neue Jahr.

Und wo ist als erstes Neujahr? Die Caroline Islands der Republik Kiribati begrüßen seit der Zugehörigkeit zur Zeitzone UTC+14 das neue Jahr als erstes und zwar bereits am 31.12 um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Natürlich freuen wir uns, wenn Ihr auch 2018 wieder regelmäßig in unserem vielseitigen Onlineshop vorbeischaut. Es gibt bestimmt wieder einige Neuheiten zu entdecken! Und denkt daran, zu viel Feuerwerk ist schlecht für die Umwelt und die laute Böllerei verschreckt Haus- und Wildtiere.

Prost Neujahr und alles Gute für 2018 wünscht euch das takeyoursweets Team

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Veröffentlicht in Kategorie: Wissenswertes
Schlagworte : silvester, neujahr, braeuche,

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